Norwegen und die Frauenquote. Es bewegt sich was.

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figur gleichberechtigung

Da hatten wir ja muntere Diskussionen zum Thema Frauenquote, was ich wunderbar finde. Denn so können wir im Dialog Positionen entwickeln, auf die man aufbauen kann. Unter anderem kam das norwegische Modell ins Gespräch. Immer wieder gerne genommen weil die Norweger – aus unserer Sicht vor Urzeiten – schon die Quote eingeführt haben.  So wurde 2003 beschlossen, dass ab 2008 mindestens 40 % der Aufsichtsratsposten von Frauen besetzt sein sollten.

Gleich 4 Ökonominnen haben sich nun auf den Weg gemacht und haben geschaut, was seitdem passiert ist. So berichtet die Wirtschaftswoche. Auch wenn der Titel “Vom Vorbild zum Versager” das Ergebnis wider zu spiegeln scheint, so steckt im Ergebnis doch ein echter Hoffnungsschimmer. Denn tatsächlich belegen die Damen, dass Strukturen aufgebrochen wurden. In den Führungsetagen! Und genau da ist es nötig. Denn die Führung prägt das ganze Unternehmen ganz wesentlich.

Dass das mittlere Management weniger gut abschneidet und es immer noch Gehaltsunterschiede gibt, finde ich akzeptabel. Zum Einen ist der Betrachtungszeitraum dafür sehr kurz, denn Veränderungen werden sich erst langsam von der zunehmen weiblichen Spitze durchsetzen. Abgesehen davon ist zumindest bei langen Familien-Auszeiten der Frauen damit zu rechnen, dass Gehaltsunterschiede bleiben. Wer 3 Jahre Auszeit nimmt, liegt im Zweifel 3 Jahre zurück bzw. muss sich richtig reinhängen, um aufzuholen.

Letztlich hängt es von der Akzeptanz und vom Einsatz der Frauen ab. Für Beides gibt es Hoffnungsschimmer und das ist gut so :-)

 

 

 

 

http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/frauenquote-wird-norwegen-vom-vorbild-zum-versager/10276636.html

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Andera Gadeib

Autor: Andera Gadeib

Andera Gadeib ist passionierte Digital-Unternehmerin und Serial Entrepreneur. Ihre Mission ist eine fortschrittlichere Bildung für mehr Selbstwirksamkeit und frühe Computer-Bildung sowie die Motivation von Frauen, ihr eigenes Digital-Business zu starten.

2 Kommentare

  1. Hallo, betreibt jemand von Lesern ein eigenes Gewerbe in Norwegen und könnte er mir sagen, auf welche Weise eine Firma am schnellsten anzumelden?

  2. Liebe Andera,

    ergänzend zu dem Artikel der Wirtschaftswoche: vor 1,5 Jahren waren mehrere Frauen des Arbeitskreises AachenProQuote (gehört zum Frauennetzwerk der Stadt Aachen) in Norwegen und haben sowohl Politiker, als auch weibliche Führungskräfte kennengelernt. Ziel war es mehr über den WEG mit der Quote zu erfahren. Auch wenn die Quoten in Norwegen immer noch verbesserungswürdig sind, so hat es doch zu einem kulturellen Wandel geführt: erstens wurden optimalere Betreuungsbedingungen geschaffen (die ohnehin in Norwegen schon gut waren), zweitens haben die Unternehmen sich gewandelt: weg von PRÄESENZZEITEN; pos. Wertung von Vätern, die Ihre Kinder Nachmittags selbstverständlich von der Betreuung abholen (und beide arbeiten). usw.

    Wie viele Frauen meiner Generation (Jg. 66) bin ich von der Quotengegnerin zur Befürworterin geworden: allerdings geht es mir verstärkt um GESCHLECHTER-GERECHTIGKEIT in dem Sinne, dass weder Frauen noch Männer benachteiligt werden (so ist wird doch mittlerweile die Frauenquote in einigen Konzernen zum Nachteil der Männer im mittleren Management). Grundsätzlich müssen m.E. die Zielsysteme der (häufig männlichen) Entscheider geändert werden, erst wenn sie ihr Fehlverhalten im Personalentwicklungsbereich am eigenen Portemonnaie spüren, dann wird sich was ändern. Und dafür brauchen wir leider übergangsweise die Quote. Wobei ich gerne auch im Gesundheitswesen die “Männerquote” sehe würde, dann müssten sich vermutliche die Verantwortlichen viel Gedanken über ihre unattraktiven Gehaltssysteme machen.

    Andererseits sehe ich auch die Frauen in der Verpflichtung den damit verbundenen kulturellen Wandel selber zu gestalten: beginnend zu Hause, dass sie aufhören zu Hause das klassische Rollenbild zu verteidigen bis hin zur Firma, dass sie sich für neue Positionen aktiv bewerben und nicht dem alten Hut aufsitzen “wer gut ist, der wird auch erkannt”. Übrigens: wenn Frauen sich bewusst für den Ausstieg zugunsten der Familie entscheiden, dann ist es voll o.K. – aber bitte stempelt jene mit einem anderen Lebensmodell nicht zu Rabenmüttern.

    Ich verfolge mit Spannung die Werdegänge einiger Freundinnen/ehemaligen Kolleginnen, die drin geblieben sind “im System der größeren Konzerne”. Und über die Jahre wird die Zahl der “Aussteigerinnen” immer größer (in dem Sinne, dass Sie sich in der Regel selbständig machen). Und das sind hochqualifizierte Frauen, die es auch gelernt haben, Ihre Qualitäten zu verkaufen und Perspektiven einzufordern. Aber irgendwann wollen sie nicht mehr die von den Männern diktierten Machtspiele mitmachen, da es aber so wenig Frauen “da oben” gibt, gibt es auch keine Wahl- geschweige denn Gestaltungsfreiheit bzgl. der Machtspiele.

    Was mich optimistisch stimmt, das ist der Mittelstand: sicher aus der Not des Fachkräftemangels geboren, sind hier mittlerweile viele Geschäftsführungen auf dem richtigen Weg in der Gestaltung von lebensphasenorientiertem Karriereperspektiven – sowohl für Mann, als auch Frau.

    In diesem Sinn bin ich optimistisch, dennoch gibt es noch viel zu tun.

    Beste Grüße
    Daniela

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