Trudy spinnt…

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…über einen 1-Euro-pro -Tag-Job

Jack_in_the_box_ShutterstockHabt Ihr schon mal einen 1-Euro-Job gemacht? Ich wette, viele von Euch werden sagen, nein, hab ich nicht. Genau wie ich, bis neulich jedenfalls. Als mir klargemacht wurde, dass ich einen solchen 18 Jahre lang erledigt habe.

Das war nicht etwa so einer, an den Ihr jetzt vielleicht denkt, ein 1-Euro-pro-STUNDE-Job, wie ihn die Agenturen für Arbeit vergeben. Nein, laut Ministerium für Arbeit und Soziales hab ich neben Studium und Arbeit einen 1-Euro-pro-TAG-Job gemacht und zwar von 1978 bis 1996. Das soll eine großartige Arbeit gewesen sein, die ich da geleistet habe, weshalb sie mir nun mit 1 Euro PRO TAG nachträglich vergütet werden soll. Die Zahlungen werden in ca. zehn Jahren starten. Ab 2024 kann ich also mit 1 Euro pro Tag mehr auf meinem Konto rechnen. Und wenn ich dann noch 18 Jahre leben sollte, würde ich für jeden der  6000 Tage (ich runde mal ab), an dem ich diesen 1-Euro-pro-Tag-Job geleistet habe, tatsächlich auch einen Euro erhalten haben. Vorausgesetzt die Zahlungen sind steuerfrei;) Was ich dafür getan habe? Meinen Sohn großgezogen und auf einen guten Weg gebracht, erst zehn Jahre allein, dann acht Jahre zu zweit. Der Wert dieser Arbeit wurde mit 1 Euro pro Tag bemessen. Das kriege ich sogar schriftlich, im Mütterrentenbescheid.  “Mit der Mütterrente erkennen wir die großartige Leistung von Millionen Müttern und Vätern an“, verkündete Ministerin Nahles am 23. Mai im Bundestag. Immerhin. Aber dann fügte sie noch hinzu: „Das ist nicht geschenkt.”  Den einen Euro pro Tag für „die großartige Leistung“ haben wir uns laut Frau Nahles doch tatsächlich verdient. Großartig! Die kategorischen Argumente von Frau Nahles gegen Ausnahmen zum Mindestlohn, die hab ich dann allerdings irgendwie falsch verstanden. Das kommt davon, wenn man spinnt…

Auch wenn Frauen wie meine Mutter happy sind, dass sich ihre Rente etwas erhöht, bleibt die Frage: Was hilft jungen Frauen heute, die beides, Beruf und Familie, wollen, u. a. auch um sich eine gute Rente selbst zu erwirtschaften? Die Aussicht auf 1 Euro mehr Rente pro Tag…?

Fröhliches Weiterspinnen… wünscht euch Karina & die Aachen School of Innovation

Karina Radach

Autor: Karina Radach

Diesen Gastbeitrag hat Karina Radach gesponnen. Sie ist leidenschaftliche Querdenkerin, Unternehmerin, Dozentin, Mentorin für Startups und unterstützt Unternehmen, sich zu erneuern. Ihr jüngstes Baby ist die Aachen School of Innovation.

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