Trudy spinnt…

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…über doppelte Chancen

Katze_Löwe_Shutterstock2:1 ist ein Grund zum Jubeln, wenn man Fußball schaut und Deutschland am Ende doch noch gewinnt. Wie am 3. Juli in einem Apple Store in Berkeley, wo ich am Ende als einzige jubelte, als es unsere Mannschaft gegen Algerien doch noch ins Viertelfinale geschafft hatte. Kurz danach verging mir das Jubeln bei einem anderen 2:1. Im Coffeeshop schräg gegenüber las ich einen Artikel der Juni-Ausgabe von FastCompany: 2:1 im Verhältnis gewinnen Männer eine andere Art Spiel, nämlich Pitchen vor Investoren, im Vergleich zu Frauen.

In kontrollierten Studien von Wharton, Harvard und MIT wurden Investoren Aufnahmen von Präsentationen eines Businessplan-Wettbewerbs vorgespielt. Diese Präsentationen waren zuvor von männlichen und weiblichen Schauspielerinnen sorgfältig einstudiert worden. Beide, Männer und Frauen, trugen erfahrenen Investoren jeweils identische Pitch-Scripte vor. Das Ergebnis: Investoren bevorzugten die Pitches der männlichen Schauspieler im Verhältnis 2:1.

Dieser Effekt ist nicht nur akademisch nachweisbar, sondern auch in der realen Startup-Welt zu finden. Im letzten Februar erhielten z. B. zwei Startups im Silicon Valley von Investoren für ein sehr ähnliches Business sehr unterschiedliche Investments. Black Tux erhielt $ 2,6 Mio und Little Borrowed Dress gerade mal die Hälfte. Eins von beiden hat einen weiblichen CEO…

Am besten in Präsentationen schneiden übrigens gutaussehende Männer ab, wohingegen bei den Frauen eher die nicht so gutaussehenden bevorzugt werden. Extra schön stylen und schminken für Präsentationen, Mädels, das hätten wir dann auch mal geklärt, ist also weder Zeit noch Mühe wert. Gibt irgendwas, das wir ansonsten tun könnten, um unsere Chancen bei Investoren zu erhöhen?

Ich spinne mal folgende Business-Idee: Hätte nicht jemand Lust, eine Agentur für gutaussehende Männer zu gründen, die sehr gut präsentieren können und idealerweise ein bisschen was von BWL verstehen? Kunden: Unternehmerinnen, die ein möglichst hohes Startinvest suchen. Value Proposition: verdoppelte Investmentchancen. Erlösmodell: Vermietung. Produkt: Buddy for Buddies. So sagen die Amerikaner. Ja, die Firma könnte Buddy heißen. Schicke Männer könnten Strohmann-CEOs für Frauen sein. Die Arbeit als CEO machen die Frauen natürlich selbst. Der „Mietvertrag“ sollte allerdings nur bis zur 2.Investmentrunde laufen, nämlich nur bis dann, wenn nachweisbare Ergebnisse zählen, Zahlen, Fakten, Renditen. Die sind nämlich laut Statistiken bei Unternehmen mit weiblichen CEOs mindestens so gut und so nachhaltig wie bei Unternehmen, die von männlichen CEOs geführt werden. Deshalb hat z. B. Lucas Point Ventures in den letzten zwei Jahren nur in Unternehmen mit weiblichen CEOs investiert.

Also Mädels, ich bin jedenfalls dafür, nicht zu jammern, dass die Welt so ist, wie sie ist. Männer mieten sich doch auch Frauen für Ziele, bei denen sie mit Männern nicht so gut punkten können, nicht wahr;) Wir sollten von Männern lernen, wo immer es geht. Und das meine ich, genauso!

Fröhliches Weiterspinnen…wünscht euch Karina & die Aachen School of Innovation

 

Karina Radach

Autor: Karina Radach

Diesen Gastbeitrag hat Karina Radach gesponnen. Sie ist leidenschaftliche Querdenkerin, Unternehmerin, Dozentin, Mentorin für Startups und unterstützt Unternehmen, sich zu erneuern. Ihr jüngstes Baby ist die Aachen School of Innovation.

2 Kommentare

  1. Karina Radach

    Danke, Michaela:) In meinem Gedankenexperiment tut er das besser erst dann, wenn das Investment unter Dach und Fach ist…;)
    LG, Karina

  2. Coole Geschäftsidee! Das müssen dann schon gute, gutassehende, BWLer sein, damit sie nicht als “Köder” direkt auffliegen. Oder ist es in der Praxis so, dass Angriff die beste Verteidigung darstellt. Sprich: Wenn mein schickes Aushängeschild gefragt wird, was es konkret für eine Funktion hat, soll er sich dann offenbaren?

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